Erzählcafé

Im Juni 2018 startete das monatliche Erzählcafé in der Gemeinschaftsunterkunft Lissabonallee. Das Format findet regelmäßig am letzten Dienstag im Monat statt. Mit dem Ziel, den Dialog von länger im Quartier lebenden Menschen und Geflüchteten zu stärken.

Alle Nachbar*innen und Bewohner*innen sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Geschichten zum Thema Nachbarschaft und Integration zu teilen und sich dann gemeinsam dazu auszutauschen.

Beim ersten Erzählcafé gab es Tooska Mosavat (Team BENN Zehlendorf) einen Beitrag zum Thema Neue Heimat sowie den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen. Anschließend tauschten sich rund 20 Teilnehmer*innen über ihre Erfragungen aus und berichteten insbesondere von bürokratischen Hürden.

Trotz der warmen Sommertemperaturen an diesem Nachmittag haben 15 Teilnehmer*innen das zweite Erzählcafé besucht. Frau Billig, Bewohnerin der Gartenstadt Düppel berichtete von der Historie der Gartenstadt. Dies hat den Besucher*innen eine neue Perspektive auf die Nachbarschaft eröffnet und Interesse an weiteren Themen zur Geschichte der Nachbarschaft geweckt. Wir freuen uns auf weitere spannende Erzählungen.

25 Teilnehmer*innen haben beim dritten Erzählcafé am 28.08.2018 über Möglichkeiten zum Umgang mit Diskriminierung diskutiert. Als Input hat sich die bezirkliche Ansprechpartnerin des Registers zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle vorgestellt. Insgesamt schätzten die Teilnehmer*innen den Bezirk und die Nachbarschaft als sicher ein, jedoch haben einzelne Geflüchteten von ihren Erfahrungen mit Pöbeleien im öffentlichen Raum berichtet.  Dass es bisher in Berlin keinen offiziellen muslimischen Feiertag gibt, wurde von einigen Teilnehmern als Benachteiligung wahrgenommen.

Reichlich Fragen wurden beim vierten Erzählcafé gestellt. Wie gut, dass sich Frau Hamzagic und ihr Team genügend Zeit genommen haben. Viele haben von den Integrationslots*innen schon gehört und sie bei der Sprechstunde in der Lissabonallee besucht, aber in welchen Situationen unterstützten sie eigentlich genau? Und wie kann ich sie am schnellsten erreichen? Die Besucher*innen berichteten von den alltäglichen Situationen in denen sie die Unterstützung benötigen; von der Übersetzung bei der Eingewöhnungsphase in der Kita bis zum Unterzeichnen des Arbeitsvertrages. Rufen Sie mich einfach an, ermutigt Frau Hamzagic die Besucher*innen. Die Lots*innen kennen die Ansprechpartner*innen im Bezirk und begleiten auch dorthin. Und so endete der Abend mit neuen Kontakten und guten Gesprächen.

Das fünfte Erzählcafé besuchte Frau El-Khatib, die Integrationsbeauftragte im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Sie stellte zum Anfang ihre Aufgabenbereiche und Zuständigkeiten vor. Frau E-Khatib und ihr Team übernehmen eine Schnittstellenfunktion im Bezirksamt. Sie setzten sich für die Sicherung der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen im Bezirk ein. Frau El-Khatib fungiert als Interessenvertreterin und Ansprechpartnerin für Zugewanderte, informiert über Projekte und Angebote im Bezirk und steht im regelmäßigen Austausch mit den verschiedenen Integrationsakteuren. Das Team der Integrationsbeauftragten hilft jedoch nicht mit direkter Fallberatung und Alltagsbegleitung, sondern schafft durch die Arbeit Netzwerkstrukturen, Unterstützungsangebote und stellt konzeptionelle Überlegungen an, welche Migrant*innen und Geflüchtete konkret unterstützen und die Integrationspolitik im Bezirk strategisch und bedarfsgeleitet ausrichten sollen.
Damit die Strukturen und Angebote zu den Bedarfen der Menschen passen, spricht Frau El-Khatib regelmäßig mit ihnen sowie den Communities im Bezirk. Sie moderiert eine Netzwerkrunde bei der sich sowohl die Betreiber der Unterkünfte, das Bezirksamt und Akteure im Bezirk austauschen, damit die Integration im Bezirk noch besser gelingt. Ebenso gehört zu den Aufgaben von Frau El-Khatib und ihrem Team die aktive Arbeit gegen jegliche Form von Diskriminierung.
Darüber hinaus setzt sich die Integrationsbeauftragte dafür ein, dass die Belange von Zugewanderten im Wirken des Bezirksamtes Berücksichtigung finden. Sie sensibilisiert Ihre Kolleg*innen im Bezirksamt und die lokale Politik für die Anliegen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
Die Besucher*innen des Erzählcafés wenden sich mit konkreten Anliegen an Frau El-Khatib und befragten sie zum Umgang mit den fehlenden Wohnungen im Bezirk sowie der unzureichenden Unterstützung bei Arztbesuchen. Frau El-Khatib verweist auf den Start von neuen Integrationsprojekten im Januar 2019, die sich auch mit der Unterstützung bei der Wohnungssuche befassen. Sie ermutigt die Besucher*innen ihre Bedarfe und Probleme aufgrund fehlender Strukturen und Ansprechpartner*innen direkt an sie oder Multiplikator*innen weiterzugeben, damit diese in die zukünftige Integrationsarbeit miteinfließen. Auch die Möglichkeit durch Empowerment gemeinsam auf Probleme aufmerksam zu machen findet Frau El-Khatib wichtig und ermutigt die Besucher*innen dies zu nutzten.

Der nächste Termin ist am Dienstag, den 29.01.2018 um 17 Uhr.